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Deutsches Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg

Forschen und Behandeln unter einem Dach 

Die Herzinsuffizienz hat viele Ursachen und Auswirkungen. Die damit verbundenen Komplikationen betreffen den gesamten Organismus. Man spricht deshalb von einer Systemerkrankung. Aus diesem Grund, und weil diese Volkskrankheit immer mehr Menschen betrifft, wurde am Uniklinikum Würzburg das Deutsche Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI) gegründet. Hier wird die Herzinsuffizienz interdisziplinär erforscht und behandelt. Das heißt: Um diese Krankheit ganzheitlich zu erfassen, arbeiten unterschiedliche Wissenschaftsdisziplinen Hand in Hand, zum Beispiel Fachmediziner und Grundlagenforscher aus der Kardiologie, Neurologie, Endokrinologie, Nephrologie, Psychiatrie, Physik, Genetik, Bildgebung, Biochemie u.v.m. Ziel ihrer gemeinsamen Anstrengung ist, das Herz noch besser zu verstehen und neue Konzepte für Prävention, Diagnostik und Therapie zu entwickeln.

 

In Studien werden neue Therapien und Versorgungskonzepte getestet

Zum Beispiel werden am DZHI in zahlreichen klinischen Studien neue Untersuchungs- und Behandlungsmöglichkeiten bei einer Herzinsuffizienz geprüft. Das kann die Wirkung eines neuen Medikamentes sein, die Erprobung eines neuen Gerätes, eine alternative Versorgungsmöglichkeit oder auch die Beobachtung des natürlichen Krankheits- bzw. Genesungsverlaufes. Grundsätzlich ist eine Studienteilnahme immer freiwillig. Wer für welche Studie in Frage kommt, das besprechen die Ärzte und Schwestern mit den jeweiligen Patienten. Betreut werden die Probanden von den Ärzten und Schwestern der DZHI-Ambulanz sowie den Study Nurses. Eine Study Nurse ist eine speziell geschulte Studienschwester, die im DZHI noch die Weiterbildung zur Herzinsuffizienz-Schwester absolviert hat.

 

„Der beforschte Patient ist der am besten umsorgte Patient!“

Dass die systematische Betreuung allein bereits einen enormen positiven Effekt hat, zeigte die INH-Studie des DZHI (INH = Interdisziplinäres Netzwerk Herzinsuffizienz). Hier wurde der Effekt eines Versorgungsprogramms namens HeartNetCare­-HF™ getestet, das für die Nachsorge von Herzinsuffizienzpatienten konzipiert wurde. Das heißt: Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus werden die Patienten telefonisch von einer Herzinsuffizienzschwester betreut. Das spezialisierte Pflegepersonal erkundigt sich regelmäßig nach der gesundheitlichen Situation, beantwortet allgemeine und spezielle Fragen zur Krankheit, zur neuen Lebenssituation, zur Therapie und schult den Patienten im Hinblick auf Ernährung, Sport und Medikamenteneinnahme.

Dadurch können sowohl die Herzschwester als auch der Patient selbst schneller auf gesundheitliche Warnzeichen reagieren. Ergebnis: Eine gezielte und vernetzte Versorgung im heimischen Umfeld stärkt die Selbstbestimmung und -verantwortung des Patienten, unterstützt den Hausarzt bei der Therapieoptimierung und verbessert die Koordinierung der komplexen Behandlungsabläufe. Mit der INH-Studie wurde wissenschaftlich bewiesen, dass die Sterblichkeit und die Notwendigkeit zur Krankenhauswiederaufnahme abnehmen. Dagegen verbessern sich Leistungsfähigkeit, psychische Stimmung und Lebensqualität deutlich und nachhaltig. Der Grundsatz des DZHI: „Der beforschte Patient ist der am besten umsorgte Patient!“

 

Betreuung und Behandlung durch die DZHI-Ambulanz

Die DZHI-Ambulanz steht generell jedem Betroffenen zur Untersuchung und Behandlung zur Verfügung. Insbesondere für Patienten mit schweren und komplizierten Formen der Herzschwäche kann es sinnvoll sein, zusätzlich zur Behandlung durch den niedergelassenen Hausarzt oder Kardiologen eine Betreuung in der Herzschwäche-Ambulanz DZHI in Anspruch zu nehmen. Die Ambulanz arbeitet fächerübergreifend mit vielen Spezialisten des Uniklinikums Würzburg zusammen, was eine umfassende und individuelle Therapieplanung ermöglicht. Hier werden zum Beispiel medikamentöse Therapien überprüft, notwendige Eingriffe wie etwa an den Herzkrankgefäßen oder Herzklappen abgeklärt und Herzrhythmusstörungen behandelt. Außerdem gibt es Spezialsprechstunden wie etwa die zur genetisch bedingten Herzschwäche. 

 

Voneinander lernen und sich gegenseitig Mut machen

Wie wichtig ein Austausch ist, zeigt das einmal im Monat stattfindende Treffen der Selbsthilfegruppe Herzschwäche im DZHI. Hier haben Betroffene und Angehörige die Möglichkeit, ihre Erfahrungen mitzuteilen, mehr über den Umgang mit der Erkrankung zu erfahren und Ängsten entgegen zu wirken. Als Einstieg in die Gruppensitzung findet immer ein Fachvortrag rund um die Herzschwäche statt. Daran schließt sich eine offene Gesprächsrunde an. „Voneinander lernen und sich gegenseitig Mut machen“ lautet das Motto der Selbsthilfegruppe.

 

Sie wollen mehr über das DZHI erfahren, dann haben sie folgende Kontaktmöglichkeiten:

 

Deutsches Zentrum für Herzinsuffizienz DZHI

Am Schwarzenberg 15, Haus A15

97078 Würzburg

www.dzhi.de / www.herzschwaeche-info.de

Patienten-Telefon: 0931 / 201 46301